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Fortsetzungsbericht derselben Teilnehmerin nach Absolvenz des Jahrestrainings II

"Der letzte Abschnitt des 2. Trainings liegt nun schon eine ganze Weile hinter mir. Was ist seither passiert? Oder allgemeiner gefragt: Was bewirkt so ein Training? Ändert sich das Leben dadurch von Grund auf? Ist Phönix denn nun aus der Asche? Und: Ist das Ganze eigentlich sein Geld wert?

Das zweite Training war eine wilde Reise für mich. Das Thema "Selbstliebe", eines der Schwerpunktthemen, zog sich wie ein dicker roter Faden, und ich habe lange gebraucht, meine Angst beiseite zu schieben und den tieferen Sinn wirklich zu begreifen. Das zweite Training war auch mein Training des Zweifels. Nie zuvor hatte ich an Jharna und Shantam gezweifelt, nun brach gleich eine ganze Welle der Verunsicherung über mich herein. Die Assistenten waren nicht so, wie ich sie haben wollte, das Drumrum nicht und überhaupt. Immer wieder hatte ich zwischendurch was zu nörgeln und zu meckern und immer wieder war ich mit der Frage konfrontiert, warum ich das eigentlich alles mache.

Natürlich steckt hinter dem ganzen Genörgele, wenn es nicht fundierte Kritik ist, Abwehr. Und abzuwehren gab es viel, denn was in dem Training hochkochte, waren wieder meine Ängste, meine Minderwertigkeitsgefühle, meine Versagensängste, meine Scham und der bekannte Rest der illustren Palette

Das zweite Jahrestraining ist sehr nackt, nackter als alles, was ich vorher erfahren hatte. Es wurde oft nicht mehr gewählt, sondern nur noch abgezählt. Der, der vor dir saß, war es eben. Punkt. Selbstliebe im Schoß einer Gleichgeschlechtlichen, im Schoß eines Andersgeschlechtlichen. Mit allen. Vor allen. Ich zeige mich schamlos. Ich sehe wirklich hin. Ich lasse es zu, dass es mich unfassbar erregt, den anderen zuzusehen. Himmel! So was aber auch! Ich scheiß auf die Konventionen.

Shantam hatte einige Sequenzen mit unserer Zustimmung gefilmt und am Tag nach meinem Feueratem (indianisches Chakrenreinigungsritual) wurde ich gefragt, ob ich es mir ansehen und es zulassen könne, dass mich alle so sähen. Ich hatte mich beim Feueratem in einen solchen Tunnel von Panik und Verzweiflung geatmet hatte, dass ich meine liebe Not und Jharna alle Hände voll zu tun hatte, mich unbeschadet durch diesen Schlauch zu bringen.

Ich nickte weinend, weil ich spürte, dass etwas sehr Wichtiges passieren sollte. Ich stimmte auch zu, weil ich wusste, dass die Gruppe mich tragen und nicht abstürzen lassen würde, was immer auch geschehen sollte. Es war furchtbar, mich SO zu sehen, mich nur hässlich und grässlich und schrecklich zu finden, mich so selbst-entäußert schreien und toben zu hören. Aber ich hielt es aus und erreichte den himmlischen Punkt, der hinter der bangen Frage liegt: "Was, wenn mich einer so sähe...?" Und nun hatten mich alle so gesehen. Und nichts war passiert. Niemand war weggelaufen, niemand hatte sich angewidert abgewendet, im Gegenteil. Ich sah, dass Tränen flossen. Ich wurde umarmt, gestreichelt.

Die Intensität, die solche Erfahrungen mit sich bringen, ist nur zu erreichen, wenn man die Hüllen und die Masken wirklich fallen lässt, wenn man das vielleicht größte Tabu - sich vor anderen selbst zu lieben - durchbrochen und endlich entdeckt hat, was jenseits des hohen Zaunes der selbst gesteckten Grenzen und Beschränkungen liegt.

Und bei den kostbaren und heiligen Ritualen, die wir von Jharna und Shantam in diesem Training geschenkt bekommen haben, liegt da plötzlich die, die immer nur ängstlich gefragt hatte: "Es gibt doch keine Vereinigung, oder?" auf der Matte und überlegt, ob sie nicht Jharna oder Shantam rufen und sie bitten sollte, die Regel, dass es eben KEINE Vereinigung gibt, ein einziges, winziges Mal zu durchbrechen. Ich muss schmunzeln, wenn ich mich jetzt an diesen heißen, orangenen Augenblick erinnere.

Das Jahrestraining II ist anstrengend. Shantams Meditations-Reihen, die er täglich mit größter Sorgfalt und Akribie ausführt, stärken das System, schaffen die körperlich-mentale Grundlage, auf der die Schlachten toben können, die möglicherweise toben wollen. Und immer wieder heben sie alles, was geschieht, auf eine Höhere Ebene und machen dadurch Abstand, ein liebevolles Lächeln und einen tiefen inneren Frieden möglich.

Gerade erinnere ich mich an das Abschlussritual des Jahrestrainings II. Tanz ums Feuer. Rock'n Roll für eine Gruppe durchgeknallter Menschen. Ekstase, ein Parkettboden, der vom Schweiß schwimmt. Alles ist aufgeladen und steht kurz vor der Explosion. Wir spüren, dass das Feuer uns hinausfegen wird ins Leben. Endlich vergesse ich mich vollständig und tanze nur noch leidenschaftlich für die Größere Idee, die ich bin. Pure, heilige Hingabe.

Ich bin zurück. Mein Alltag geht weiter wie vorher. Ich habe mich verliebt, aber die Sache ist schwierig. Eine langjährige platonische Freundschaft liegt jetzt endgültig auf Eis. Ich sehne mich wieder nach Nähe und Sexualität, aber wie? Mit wem? Selbst nach zwei Jahrestrainings kann ich immer noch nicht fliegen. Ich bin ein bisschen beleidigt darüber. Aber etwas ereignet sich. Ein Samenkorn ist gesät und ich spüre, wie das noch zarte Pflänzchen wächst. Ich bin klarer geworden, habe mehr Mut. Endlich, nach einer lebenslangen Störung meinen eigenen Fotos gegenüber, hängen 36 Bilder von mir in meinem Zimmer. Ich kann sie mir ansehen und entdecke plötzlich Dinge, die ich nie zuvor entdeckt habe. Auf einigen finde ich mich sogar richtig schön! Und ich kann es aushalten zu sehen, wie dick ich im Laufe der Jahre geworden bin. Aha. Ich betrachte es fast nüchtern und freundlich. Shantams Video hat also seine Spuren hinterlassen. Ich verbringe intime Abende mit Freundinnen. Wir freuen uns unseres Frauseins. Ich erzähle offenherzig vom Training und von der Selbstliebe. Ich frage meinen Vorgesetzten, der sagt, ich sei "eine tolle Frau", ob er das auch im erotischen Sinne meine. Ich bekomme eine glasklare und wunderbare Antwort. Ich habe keine Angst mehr vor meiner Vorsorgeuntersuchung. Ich nehme Komplimente meiner männlichen Kollegen an und quatsche nicht drüber weg. Ich bewege mich viel, öle mich ein, betrachte mich im Spiegel. Aha. Ich feiere meine Selbstliebe-Rituale und "meine tatsächlich MICH", wie eine Tantra-Freundin sagt. Aus der Ersatz-Befriedigung ist ein Fest geworden und ein Himmel, den ich mir jederzeit auf die Erde holen kann. Ich bete viel und meditiere so oft ich kann. Ich verneige mich täglich und mit wachsender Liebe vor dem Höheren. Es lächelt mir gütig zu. Ich lächle zurück. Inzwischen fühle ich mich körperlich richtig gut, bin sehr berührbar geworden. Meine Ängste bedrohen mich nicht mehr so sehr. Ich hab sie bei der Hand genommen. Die Schale bricht auf.

Und nun beginnt zum ersten Mal das Jahrestraining III. Ich weiß noch gar nichts darüber, aber ich schreibe Jharna und Shantam von meinem sicheren Gefühl, dass es ein "mächtiges Training" werden wird. Mein Urlaub ist organisiert, das Geld für das Training noch nicht. Ich werde es irgendwie schaffen, weil es wichtig ist. Und ich weiß, dass ich von der ersten Sekunde an DA sein werde. Dass ich wenig Zeit damit verbringen werde, mich zu beobachten, sondern mich wichtigeren Dingen widmen werde. Bei Charlotte Kasl finde ich die Losung für mein Jahrestraining III: ‚Unsere Seele sehnt sich jedoch danach, dass wir unsere Schale aufbrechen, in den Ozean springen und für uns und für andere nackt werden. Wenn wir das tun, werden wir frei und können alles, was ist, in uns erfahren.'

Jharna und Shantam, ich danke euch von ganzem Herzen für eure Begleitung im Jahrestraining II!!! Ab Mai werde ich mich ein weiteres Mal gern und voller Vertrauen in eure Hände begeben und hoffe auf viele starke und mutige Gefährtinnen und Gefährten.

Und zurück zu den allzu nüchternen Ausgangsfragen: Lohnt sich so ein Training? Ist es sein Geld wert? Ja! Ja! Ja! Das Ganze ist sein Geld tausendmal wert, wenn man es denn unter einem solchen Aspekt betrachten will. Doch: Gibt es tatsächlich einen Wert, an dem es sich messen lässt, dass Phönix begonnen hat, seine Flügel auszubreiten und die Asche abzuklopfen..."

 

 

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