11. "Chef" bzw. "Chefin" werden im "eigenen Haus"

Sinn und Zweck des tantrischen Selbstentfaltungsweges

Wozu soll ich Seminare der Tantrischen Vision besuchen? Das ist eine Frage, die sich sicherlich jedem/jeder schon einmal gestellt hat, in dem/der so etwas wie ein innerer "Ruf" hörbar geworden ist, sich nach Seminaren umzusehen, die die Entwicklung von Lebensfreude, Liebes- und Genussfähigkeit sowie des eigenen Potenzials fördern können. Stehen vielleicht am Anfang die Aussicht auf ein tantrisch lustvolles Erlebnis mit viel Spüren, Tanzen, sinnlichen Massagen und bewegenen Ritualen mit anderen Menschen, die sich ebenso wie man selbst nach Abwechslung vom Alltag sehnen, im Vordergrund der Motivation, so merken doch die meisten TeilnehmerInnen bereits nach einem Seminar deutlich, das wesentlich Weitreichendes gefunden werden kann.

Wandlungen und Entwicklungen

Eine der für uns wesentlichen Wandlungen, die den Wachstums- und Transformationsweg der Tantrischen Vision begleiten, ist die zunehmende Selbstliebe, Selbstachtung, Selbsterkenntnis und die Fähigkeit, das eigene Leben kraftvoll und verantwortlich in die Hände nehmen und es genussvoll und erfolgreich gestalten zu können.
Hierzu ist es notwendig, einschränkende Selbstbilder von Unvollkommenheit - nicht liebenswert, nicht attraktiv, nicht kraftvoll, zu vielen Dingen nicht fähig zu sein -, die viele Menschen mehr oder weniger bewusst in sich tragen, zu erkennen und loszulassen zugunsten eines rundum positiven Selbstbildes. Dies geschieht mithilfe von Selbstwahrnehmungs- und Selbstentfaltungsmethoden wie Meditation, positivem Feedback, Fokussierung auf die kraftvollen Ressourcen und tantrischen Ritualen, die die Erfahrung von Berührbarkeit, Sinnlichkeit, Liebesfähigkeit und Kraft ermöglichen.

Persönliche Erfahrung

Eine Teilnehmerin des gerade zu Ende gegangenen Jahrestrainings II beschrieb im Abschluss-Sharing voller Energie und Berührung ihre Erfahrung des Wesentlichen, die sie im letzten Trainingsabschnitt, nach einem intensiven Ritual erlebt hatte, in etwa wie folgt:
"Heute Nacht hatte ich einen Traum. Ich habe geträumt von einem Hochhaus mit sieben Stockwerken, in dem ich mich zu Beginn irgendwo im Keller oder Erdgeschoss aufhielt. Zuerst dachte ich, oh, nicht schon wieder, ich habe wirklich keine Lust mehr, mich noch länger in dunklen "Untergeschossen" aufzuhalten und mich mit meinen Leiden, meinen Ängsten, meinem mich klein Fühlen und Unvermögen zu beschäftigen. Kaum diese Gedanken wahrgenommen, sah ich mich auf einmal den Fahrstuhl des Hochhauses besteigen, sah mich nach oben in die Chefetage fahren, die einem herrlichen Blick in die Weite auf Stadt und Land frei gab. Und dann, dann kam das Tollste. Ich, ich selbst, war die Chefin!"

Selbstachtung und Handlungsfähigkeit als wesentliche Essenz

In unserem Verständnis offenbarte der Traum der Teilnehmerin ihr am Ende ihres Jahrestrainings tatsächlich eine der wesentlichen Essenzen, die eine Frau oder ein Mann auf ihrem Selbstentfaltungsweg finden kann. Sie wuchs aus ihrem eigenen negativen Selbstbild, das ihr lange ein sie befriedigendes privates und berufliches Leben vereitelt hatte, hinein in ein positives Selbstbild, das sich durch Selbstachtung und Handlungsfähigkeit auszeichnet. Insbesondere die wiederkehrenden Erfahrungen von persönlicher Kraft und erotischer Präsenz als Frau, gewonnen in Tanz- und sinnlichen Ritualen, bildeten die Basis für die innere Wandlung vom sie beengenden düsteren Selbstbild des unfähigen, schwachen und inkompetenten kleinen Mädchens hin zum Freiheit und Weite gebenden Selbstbild der erwachsenen Frau. Der Frau, die sich zu helfen weiß, die sich durch aktive Handlung befreien kann, wegbewegen kann aus unbefriedigenden Situationen und dorthin gehen kann, wo sie mit ihren erkannten Fähigkeiten die ihr gebührende Position einnehmen kann. So wurde sie "Chefin im eigenen Haus".

"Chefin werden im eigenen Haus"

Die Metapher "Chef" oder "Chefin" werden im "eigenen Haus" beschreibt genau den oben genannten Erkenntnis- und Wandlungsprozess, der von den meisten TeilnehmerInnen unserer Seminare als wesentliches Geschenk des tantrischen Selbsterfahrungsweges erlebt wird. "Chef" bzw. "Chefin" steht für die beglückende Erfahrung, reifer, kompetenter und handlungsfähiger Erwachsener zu sein, der sich selbst entspannt und kraftvoll zu gleich ins Leben bringt, der sein Leben selbstbestimmt lebt und dabei Zugang hat zu allen Facetten menschlichen Erlebens, wofür das "eigene Haus" steht.

Das "eigene Haus" - unser Energie- (Chakren-) system, 1. – 3. Chakra

Es besteht metaphorisch gesprochen aus dem Chakrensystem, das nach spirituellen wie energetischen Lehren verschiedene Seins-, Erfahrungs- und Erlebenswelten repräsentiert, in denen wir Menschen uns aufhalten können. So werden die psychischen Entsprechungen der Energiezentren (Chakren) des feinstofflichen Körpers, die unseren physischen Körper durchdringen, wie folgt beschrieben: Das 1. Chakra steht für Daseinwollen auf dieser Welt, für die materielle Basis und die Urenergie sowie Urvertrauen in seiner vollkommenen Ausprägung und Angst in seiner unvollkommenen Form. Das 2. Chakra steht für Sexualität und Lebensfreude (vollkommene Ausprägung) versus Schmerz (unvollkommene Form). Das 3. Chakra steht für persönliche Macht, Selbstdurchsetzung, Denken und Intellektualität sowie persönliche Kraft (vollkommene Ausprägung) versus Wut und Hass (unvollkommene Form).

Unsere Zeit - von Geld, Sex und Macht zu Liebe und Mitgefühl

Die Lehren sprechen bei den unteren drei Energiezentren von den „Ich“ zentrierten Chakren. Wenn ein Mensch vorwiegend von der Energie dieser drei unteren Chakren bestimmt wird, sei das erkennbar an einem Streben, das ganz auf den persönlichen Vorteil gerichtet ist.

Viele spirituellen Meister unserer Zeit sind der Meinung, dass die Mehrheit der Menschheit heute noch bestimmt wird von der Energie der unteren drei Chakren. Dies lasse sich am weltweiten Fokussieren auf Geld, Sex und Macht erkennen. Sie sagen aber auch, dass heute die Zeit ist, die Dimension zu wechseln und die Chance besteht, dass wir als Menschheit uns mehr den Energien der oberen Chakren, beginnend mit der erfüllenden Öffnung des Herzchakras, zuwenden können.

 

Das „eigene Haus“ - unser Energie (Chakren-)system, 4. - 7. Chakra

Das 4. Chakra steht für Mitgefühl und bedingungslose Liebe. Wenn wir uns in der Energie des Herzchakras befinden, geht es nicht mehr nur um unseren eigenen Vorteil, sondern wir schauen nach unserem Gegenüber und den anderen Lebewesen. Glücklich macht uns, wenn wir schenken können. Das 5. Chakra steht für Kommunikation, Selbstausdruck, Kreativität und das Hören der inneren Stimme, eröffnet uns also den Zugang zu unserer Intuition und Selbstheilungskraft. Das 6. Chakra schenkt uns die Erfahrung des Inneren Beobachters, die Fähigkeit uns zu distanzieren vom allzu sehr Verwickelt-Sein in Emotionen, macht uns klar, öffnet Erkenntnis und erhöhte Selbstbewusstheit. Das 7. Chakra verbindet uns in der höchsten Form möglicher Selbstverwirklichung mit unserem höheren Selbst und dem kosmischen Bewusstsein.

 

Während des Selbstentfaltungsweges in den Jahrestrainings geben wir den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihr "eigenes Haus" - das Haus mit den sieben Stockwerken (Chakren) - zu erforschen und sich in all den Energien des eigenen Chakrensystems zu erleben. So ist die erste Bedingung für Wandlung gegeben - Selbsterkenntnis.

Den "Fahrstuhl" im "eigenen Haus" bedienen lernen

Die zweite Bedingung für Wandlung ist nach dem Kennen lernen des "eigenen Hauses" und der "verschiedenen Stockwerke", wobei jedes Stockwerk für ein Chakra und seine zugehörige oben genannte psychische Entsprechung steht, auch den "Fahrstuhl" im eigenen Haus zu finden und ihn bedienen zu lernen. Denn Handlungsfähigkeit und menschliches Wachstum ist gekennzeichnet durch die Fähigkeit, wieder metaphorisch gesprochen, innerhalb des "eigenen Hauses" Fahrstuhl fahren zu können. Konkret heißt das, dass wir fähig sein sollten, uns einerseits beispielsweise innerhalb einer Liebesbeziehung tief in emotionale und erotische Welten der Energien der unteren Chakren begeben zu können, andererseits aber zu wissen, wie wir da auch wieder herauskommen. Andernfalls können wir von unangenehmen Gefühlen überschwemmt werden ohne etwas dagegen tun zu können. Oder es gelingt uns nur schwer, von der beruflichen, oftmals intellektuellen und distanzierten Ebene, in die private zu wechseln, wo ganz andere Fertigkeiten, wie Berührbarkeit und Emotionalität, von uns erwartet werden.

Der "Fahrstuhl" - Kanal zwischen Himmel und Erde

In der Energielehre, die ein Fundament unserer Arbeit darstellt, werden die einzelnen Chakren verbunden durch einen Kanal, der, feinstofflich und differenziert betrachtet, aus drei verschiedenen Kanälen, dem Wind-, Wasser- und Feuerkanal besteht. Der energetische Fluss in ihm, den wir fühlen und lenken lernen können, ist gleichzeitig abwärts hin zur Mutter Erde und aufwärts hin zur göttlichen Quelle gerichtet, verbindet uns mit den Energien von Himmel und Erde. Ist er aktiviert und gereinigt, können wir lernen, unsere Energie durch das Chakrensystem zu lenken und innerhalb unseres feinstofflichen Systems zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein und optimalen Zugang zu den gerade notwendigen inneren Fertigkeiten zu haben. Erst mit dieser Fähigkeit sind wir wirklich "Chefin" oder "Chef" im "eigenen Haus" und können unser Leben so gestalten, wie es uns gefällt!

SO-HAM Meditation und Kobra-Atem als Schlüssel

Neben all den tantrischen und therapeutischen Methoden, die wir lehren, sich selbst umfassend kennen zu lernen, das "eigene Haus", das Chakrensystem für sich selbst und in Begegnung mit anderen zu erforschen, ist ein besonderer Schwerpunkt - unseres Wissens einzigartig innerhalb der deutschen Tantraschulen - die Vermittlung von speziellen Atem- und Meditationstechniken, die den inneren Kanal, den "Fahrstuhl" aktivieren und lehren, ihn zu bedienen.
So lehren wir als wesentliche Schlüssel zur persönlichen und spirituellen Entwicklung, zu wachsender Liebesfähigkeit, Selbstachtung und Handlungskompetenz den Kosmischen Kobra-Atem, der für uns und unsere TeilnehmerInnen ein wertvolles Geschenk für die eigene Entwicklung darstellt.
Da die Vermittlung des Kosmischen Kobra-Atems nach der Tradition nur mündlich und in Form einer persönlichen Initiation erfolgen darf, können wir ihn hier nicht schriftlich veröffentlichen.
Eine gute Vorbereitung für jeden Interessierten, der die Wirkung einer, die inneren Kanäle und der Chakren erweckenden Methode selbst erforschen möchte, ist die Atemmeditation So-Ham (Ajapa Japa, nach Paramahansa Satyananda Saraswati). Wir lehren sie in den Seminaren in verschiedenen Stufen. Sie führt zu tiefer Meditation und mentalem Frieden.

Meditationspraxis
Ajapa Japa (So-Ham - Meditation)
1. Stufe für Beginner

Nimm eine meditative Körperhaltung ein und schließe deine Augen
Entspanne dich körperlich und mental für einige Minuten und vergiss für die Dauer der Meditation alle Sorgen und Probleme. Spür Frieden und Stille
Dann beginne deinen natürlichen Atem zu beobachten: wie er in dich eintritt und wie er dich wieder verlässt.
Nach einigen Minuten spüre, wie sich der Atem (Prana) zwischen Nabel und Hals bewegt: beim Einatmen steigt er vom Nabel (-chakra) zum Hals (-chakra) auf, beim Ausatmen steigt er vom Hals zum Nabel ab. Vielleicht ist es dir eine Hilfe, dir den Atem wie eine auf- und absteigende Wasser- oder Lichtsäule vorzustellen. Sei mit deiner ganzen Aufmerksamkeit bei jedem Atemzug!
Nach einigen Minuten beginne den Atemfluss mit dem Mantra So-Ham mental zu synchronisieren: So mit dem Einatmen, Ham mit dem Ausatmen
Deine Aufmerksamkeit ist also bei der Bewegung des Atems (Nabel - Hals - Nabel ...) und bei dem inneren Mantra (So - Ham)
Praktiziere 5 - 20 Minuten lang
Chante das Mantra "OM" mindestens 3 mal und beende die Meditation

 

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