08. Was macht Tantra als Selbstentfaltungs-Wachstumsweg heute so attraktiv?

Was lässt Menschen auf die zunehmende Flut tantrischer Selbsterfahrungsangebote reagieren, Programme anfragen und an Seminaren teilnehmen?
Was sind -auch in Abgrenzung zu anderen tantrischen Angeboten- zentrale Themen der Tantrischen Vision, die wir ins Leben gerufen haben?
Was sind unseres Erachtens Hintergründe für die zunehmende Bereitschaft, tantrische Selbsterfahrung wahrzunehmen?
Welche Konzeption von Selbstfindung und Selbstentfaltung liegen unserer Arbeit zugrunde? ... sind einige Fragen, die uns wichtig scheinen!
Neben den Antworten, die von jedem/r TeilnehmerIn selbst auf diese Fragen zu finden sind, hier eine Antwort aus unserer Erfahrung:

Ausgangspunkt

Folgende "Merkmale" kennzeichnen viele Menschen unserer Zeit:

innerer Impuls, mehr von sich und mehr vom Leben erfahren zu wollen
eingeschränkte Lebendigkeit und Lebensfreude
Erschöpfung
Unzufriedenheit auf beruflicher wie auf privater Ebene
Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen auf privater wie gesellschaftlicher Ebene mit der häufigen Folge von innerem und äußerem Rückzug aus Beziehungen
Sinnkrise
Bereitschaft zur Suche nach neuen Wegen!!!

 

Ergänzend zu diesen allgemein beobachtbaren "Merkmalen" sind im Einzelnen, angelehnt an die Seins- und Erlebensebenen des Menschen, z.B. folgende differenziertere Probleme erkennbar:

auf Körperebene (physisch): diffuses körperliches Unwohlsein; Steifheit; Müdigkeit; Schmerzen; Schwere; Infektanfälligkeit; angegriffenes Immunsystem; Sexualität als Spannungsabfuhr;
auf Gedankenebene (mental): starre Denkmuster; ständiges von-Gedanken-gefangen-sein; "Problem"- und "Unfähigkeitsgedanken" wie "Es ist ja doch nichts zu ändern", "Ich schaffe es nicht"; wenig kreative Ideen; sich nur als "Schatten seiner Selbst" erkennen können;
auf Gefühlsebene (emotional): Gefühle von "nicht-im-Fluss-sein"; diffuse Unzufriedenheit; eingeschränkte Gefühlspalette im allgemeinen sowie in Beziehungen; Schwierigkeiten, Gefühle angemessen auszudrücken, insbesondere Verletzlichkeit, Weichheit sowie Aggressivität;
auf spiritueller Ebene (spirituell): Sinnlosigkeit; eigene Bestimmung nicht erkennen können; sich zu nichts berufen fühlen; sich wie abgeschnitten von allem zu fühlen; Unfähigkeit, in Stille zu sein.

 

Legt man alte (tantrische, schamanische) oder moderne (kybernetische, systemische) Modelle zugrunde, resultieren "Merkmale" bzw. Probleme wie die genannten aus einem aus der Harmonie geratenen Energiesystem. Wohlbefinden hingegen bedarf eines in Harmonie befindlichen Energiesystems, in dem das gesamte Potenzial gefördert wird. Bezogen auf unsere Zeit ist die Realität aber leider eine andere:
In Erziehung und Entwicklung des heutigen Menschen wird eine Zentrierung auf die Förderung und Entfaltung physischer und mentaler Qualitäten gelegt, während die Erlebens- und Ausdrucksmöglichkeiten emotionaler und spiritueller Art wenig beachtet werden. Hieraus entsteht eine Disharmonie, eine Störung des Energieflusses innerhalb des menschlichen Energiesystems, die vielfältige Beeinträchtigungen des Wohlbefindens nach sich zieht.
Folge der Vernachlässigung des emotionalen Körpers, der Unterdrückung bzw. Intellektualisierung von Gefühlen ist die Unfähigkeit, angemessen mit ihnen umgehen zu können. Dies führt zu Spannungen und Konflikten, die Wohlbefinden beim Einzelnen ebenso verhindern wie friedliches und konstruktives Miteinander in Begegnungen und Beziehungen mit anderen. Sicherlich können viele aus ihrem eigenen Erleben bestätigen, dass Unzufriedenheit, Leiden und Zerstörung letztendlich aus der Unfähigkeit resultieren, mit Gefühlen adäquat umzugehen. Noch weit reichendere Konsequenzen haben die Defizite bezüglich der Ausbildung des spirituellen Energiekörpers. Ohne Wissen um Verbundenheit mit einer größeren Kraft sowie erlernbarer Methoden, die eigene Energie zu steigern und zu harmonisieren, kann die menschliche Fähigkeit, Energie aus dem uns umgebenden Universum aufzunehmen, nicht genutzt werden. Ebenso wird das Erleben einer gesunden Distanz zur persönlichen Wichtigkeit mit ihren Wünschen, Begierden und Zielen nur möglich, wenn eine Öffnung für die überpersönlichen spirituellen Bereiche gelingt. Ursachen dieser Entwicklung liegen im durch Erziehung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen begründeten unvollständigen Welt- und Menschenbild, das sich auf die Anerkennung gegenwärtig materiell mess- und damit beweisbarer Fakten beschränkt. Alle anderen Erscheinungen, die jenseits dieser materialistischen Betrachtung liegen, seit Menschen Gedenken beschrieben werden und Basis aller geistigen Strömungen sind, werden von den maßgeblichen, gesellschaftsformenden Kräften als nicht existent bzw. nicht relevant betrachtet. Aus dieser Wertung ergibt sich die Ausrichtung der Erziehung und Förderung physischer und mentaler Bereiche zu Lasten der emotionalen und spirituellen. Hieraus folgt das Begrenzen und teilweise Nicht-leben-können der nach vielfältigem Ausdruck drängenden Lebensenergie. Stauungen, unterschiedliche Konzentrierungen der Energie in und Disharmonien zwischen den Seins- und Erlebensebenen physisch, mental, emotional und spirituell entstehen, weil vielfältige innere Impulse und Bedürfnisse nicht ausgedrückt werden. Dies sind insbesondere alle spontanen Gefühlsregungen und natürliche Körperimpulse. Offener, authentischer Ausdruck unserer sich ständig in Bewegung befindlichen Lebensenergie wird in der Regel nicht gefördert, sondern statt dessen zurückhaltendes, "einen guten Eindruck machendes", "angepasstes" Verhalten angestrebt. So wird der natürliche Fluss und Ausdruck der Lebensenergie beschränkt und führt zu einem insgesamt gedrosselten Energieumsatz, der Abstumpfung, Verengung der Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit, Unberührbarkeit, Gefühlskälte, Inflexibilität, Schwächung des Immunsystems und ähnliche wie o.g. "Symptome" bedingt. Vor dieser inneren Stagnation sind auf den verschiedenen Ebenen Befreiungsexplosionen beobachtbar. Zurückgehaltene Impulse von starken Gefühlen und/oder Handlungen brechen unkontrolliert durch. In der Regel verpuffen sie mit unangenehmen Folgen wirkungslos, da die vorhandene Energie sich nicht harmonisch in einem kreativen Ausdruck in angemessener Zeit modellieren konnte.
Ohne die Fähigkeit, eigene Energie fließen lassen zu können, sie zu steigern und lenken zu können, ist es ohnehin eine schwierige Aufgabe, die eigene Lebensbestimmung klarer fühlen und im eigenen Leben zur Entfaltung bringen zu können. Erst die Wiedergewinnung der Fähigkeit in Fluss zu sein, lässt uns unsere Fülle erkennen und leben.

Was ist zu tun?

Was kann ein aus der inneren Harmonie und aus dem Fluss geratenes Energiesystem wieder zum Fließen und in Harmonie bringen sowie rückverbinden mit der universellen Energie? Kontaktaufnahme mit, Erweckung und Steigerung der in uns und um uns herum fließenden Energie sowie Experimentieren mit und Erweitern von deren Ausdrucksmöglichkeiten ist der Weg, den wir in der Tantrischen Vision gehen. Dabei vertraut die angewandte Methodik auf die selbstregulativen Kräfte im "Energiesystem Mensch", die aktiv werden, sobald durch Energieniveauveränderung die "unwohlsein-schaffende" innere Stagnation in Bewegung gebracht wird.
Ziel ist, der Lebensenergie wieder uneingeschränkten Fluss durch den Organismus zu ermöglichen. Der Weg dahin ist, den eigenen inneren Impulsen wieder vertrauen zu lernen und diesen mit (Selbst-)Liebe offen und natürlich zu folgen.

Hierzu werden Techniken benutzt,

die den Energieumsatz steigern,
den Zugang zu brachliegenden Kapazitäten neu öffnen,
die befähigen, den Energiefluss zu beobachten, bewusst zu lenken und individuell einzusetzen,
die helfen, den Kontakt zur universellen Energie wiederherzustellen,
die Körper und Geist vorbereiten, diese Energie aufzunehmen,
und die lehren, mit einem höheren Energieniveau individuell angemessen umgehen zu können. Der Weg gestaltet sich als ein Entdecken des eigenen Potenzials angelehnt an folgendes Modell: Tantrische Selbstentfaltung führt von einer bestehenden Kontraktion, d.h. weniger als das mögliche Potenzial ausschöpfen, zu Expansion und Flexibilität, d.h. die Fülle des Lebens mehr und mehr (er)leben.

 

Dieser Prozess zunehmender Ausdehnung geschieht auf drei Hauptebenen:

Seins- und Erlebenswelt
Die vier Seins- und Erlebenswelten körperlicher, geistiger, emotionaler und spiritueller Art reinigen, erweitern und verbinden.
   
Chakren
Die sieben Chakren (Energiezentren) des feinstofflichen Körpers mit ihren physischen Entsprechungen:
   
1. Chakra: DaSeinWollen, materielle Basis, Urenergie, Urvertrauen; "Ich bin."
2. Chakra: Geschlechtstrieb, Beziehungen, Lust, Lebensfreude; "Ich fühle."
3. Chakra: Selbstdurchsetzung, Machtstreben, Denken; "Ich denke."
4. Chakra: Mitgefühl, bedingungslose Liebe
5. Chakra: Kommunikation, Selbstausdruck, Kreativität
6. Chakra: Geisteskräfte, erhöhte Selbstbewusstheit
7. Chakra: Selbstverwirklichung, Erleuchtung erwecken, harmonisieren, ausgleichen.
   
Kräftepolarität Yin - Yang
Die polaren Handlungsarten, d.h. entspanntes Mitfließen und Geschehenlassen (Yin-Qualität) und dynamisches Initiieren und Gestalten (Yang-Qualität) erkennen, erweitern sowie lernen, in einem flexiblen Wechsel mit ihnen zu sein.

 

Die Vision dieser Selbstentfaltungsreise zielt auf ein reichhaltiges DaSein

ein Sein, das auf Erkennen, Annehmen und Leben der eigenen Individualität innerhalb der möglichen Vielfalt beruht.
ein Sein, dass das Sosein des Lebens, die Dualität der Erscheinungen und lebenskennzeichnenden Kräfte und Gesetze, verschiedene Lebensphasen und ihre Herausforderungen ebenso akzeptiert wie beständiges Werden und Vergehen.
ein Sein, das in Bewusstheit und Liebe den Kampf gegen sich bzw. Teile von sich selbst und Andere(s) aufgegeben hat, um in Harmonie mit inneren wie äußeren Energien zu fließen.

 

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