02. Energie statt Therapie 

Es geschah im 3. Abschnitt des Jahrestrainings I. In diesem Abschnitt weihen wir die TeilnehmerInnen in die 2. Stufe des Kosmischen Kobra-Atems ein. Während einer theoretischen Einführung über Funktion und Chancen dieser spirituell-energetischen Technik aus der Tradition des Tantrischen Kriya-Yoga wurde der Satz "Energie statt Therapie" geboren. Er "kam" einfach. Er stieg im Inneren auf, "schummelte" sich durch den Hals auf die Zunge, aktivierte die Stimmbänder und "sprach sich aus".
Welch enorme Bedeutung er für unsere Arbeit hat, obwohl - oder besser, gerade weil - die Aussage provokant ist, wollen wir mit diesem Artikel darstellen.

Essenz

"Energie statt Therapie" kristallisiert die Essenz deutlicher heraus, zu der sich die Konzeption unserer Seminare hinentwickelt. Eben weg von eher therapeutisch orientierter, hin zu energetisch orientierter Methodik! Es bedeutet eine Hinwendung zum Tantrischen Kriya-Yoga, zur Ritual- und Energielehre.
Geht man von unserer Erfahrung der letzten Jahre aus, kommen Menschen mit sehr unterschiedlichen Beweggründen, um Tantra bzw. Die Tantrische Vision kennen zu lernen. Die breite Palette reicht vom Wunsch, sich selbst und andere zu entdecken, die eigene Beziehung zu beleben, zu vertiefen oder auch zu retten, Lust an Erforschung und Heilung von Eros und Sexualität zu haben, bis hin zum Wunsch, sich über das lebendige, den Genüssen des Lebens zugewandte Tantra der spirituellen Ebene zuzuwenden. Neben dieser Verschiedenheit in der Motivation sind allerdings auch Gemeinsamkeiten zu finden.
Dies ist einerseits die Tatsache, dass viele Interessierte vorausgehende Erfahrungen in anderen Seminaren zur Entwicklung des eigenen Potenzials und/oder Therapie haben, und andererseits die große Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren.
Die beiden letztgenannten Faktoren -Erfahrung in Selbsterforschung sowie Lust auf und Mut zu Neuem- sind beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wachstumsweg. Kennzeichen all dieser Wege ist, Erkenntnis und Erweiterung über bestehende Grenzen hinaus zu finden. Botschaft des tantrischen Weges ist, Energie zu wecken, sie zu steigern und für das eigene Wachstum zu nutzen. Reinigende und energetisierende Körperübungen, harmonisierende und erotische Massagen, Bewusstseinsarbeit und Rituale werden benutzt, um das Energieniveau jedes Einzelnen zu erhöhen, damit Wachstum in Form von Erkenntnis, Erweiterung und Transformation stattfinden kann.
Im Laufe ihres Ausdehnungs- und Wachstumsprozesses stoßen die TeilnehmerInnen immer wieder an Grenzen (meist in Form von Ängsten), die gespürt und bezüglich ihrer Notwendigkeit geprüft werden wollen. Ist das Ergebnis einer solchen individuellen Prüfung die Entscheidung, die Grenze zu erweitern, so stehen dafür prinzipiell sowohl therapeutische als auch spirituell-energetische Methoden zur Verfügung.

Therapeutische Methoden

"Prozessorientierte therapeutische Ansätze - wie sie häufig in Selbsterfahrungsgruppen benutzt werden - fokussieren auf die Lösung von Energieblockaden (z.B. Ängste) in der Vergangenheit (z.B. Heilung des inneren Kindes). Konkret heißt das, sie zentrieren die Aufmerksamkeit auf die Ängste vor einer bestimmten Handlung oder Situation, erforschen ihre Entstehungsgeschichte über Kreative Trance bzw. Visualisierungstechniken, erlauben dabei den vollständigen Ausdruck aller beteiligten Gefühle und geben Hilfen, die negativ erlebte Situation in eine positive umzubilden.

Spirituell-energetische Methoden

"Spirituell-energetische Ansätze lenken hingegen die Aufmerksamkeit nicht auf die beteiligten Emotionen und schon gar nicht auf deren Geschichte, sondern auf den Inneren Beobachter.
Sie vertrauen auf die auflösende oder besser heraushebende Wirkung eines erhöhten Energieniveaus, das mit energetisierenden Methoden wie beispielsweise der Kobra-Atmung aufgebaut wird. Erfahrung ist, dass sich in dem dabei entstehenden erhöhten Energie- und Bewusstseinszustand die vorher vorhandenen Probleme - und damit auch die begleitenden quälenden Gefühle - auflösen. Diese Transformation geschieht jenseits verstandesorientierten Durcharbeitens, wie es viele aus therapeutischen Ansätzen kennen.
Mit der Einweihung in die 2. Stufe des Kosmischen Kobra-Atems innerhalb des Jahrestrainings bekommen die TeilnehmerInnen ein solches spirituell-energetisches Mittel, mit dem der Emotionalkörper gereinigt werden kann. Es geschieht ohne prozessorientiertes Durchleben auf persönlich involvierter Ebene, sondern durch Heraustreten aus derselben mit Hilfe dieser kraftvollen Atmung.

Erkenntnisse

Erkenntnisse aus erlebter Erfahrung des letzten Jahres, in dem wir die spirituell-energetischen Methoden zu Lasten therapeutischer Komponenten erneut verstärkt haben, sind u.a.:

1. Die erlebte Intensität des Gruppen-Energiefeldes hat deutlich zugenommen.
2. Die TeilnehmerInnen kommen schneller mit ihren Grenzen, inneren Hindernissen und ihrer Wahrheit in Kontakt.
3. Die Verstrickungen in Problemen, das wiederholende Kreiseln des Verstandes auf personaler Ebene wird immer weniger unterstützt mit der Folge, sich in transpersonale Bereiche hinein, jenseits von Problemorientierung und Probleminvolvierung, öffnen zu können.

Eine Teilnehmerin des Jahrestrainings schreibt zu dieser Thematik:
"Meine eigenen Erfahrungen (Atem- und Körperübungen und Meditation konsequent jeden Tag praktiziert) lassen mich sehr deutlich die Wirkungsweise spüren:

Auf körperlicher Ebene erlebe ich eine deutliche Verbesserung meines Gesundheitszustandes
Psychisch bin ich stabiler und flexibler, um mit den Lebensrhythmen des "Auf" und "Ab" klar zu kommen
Mein Selbstwertgefühl hat sich positiv verändert und die Erfolge werden im Äußeren sichtbar (z.B. im Beruf und durch meinen Wohnungswechsel)
Ich will Therapie keinesfalls abwerten. In manchen Situationen war sie sehr hilfreich für mich. Aber ich habe das Gefühl, dass die 'feineren' Energien dabei unberücksichtigt geblieben sind." (Mona, 41)

Entwicklungen

"Energie statt Therapie" bedeutet für unsere Arbeit Entwicklung in Richtung direkterer Anwendung tantrischer, d.h. spirituell-energetischer Methoden. Es ist kein Plädoyer gegen Therapie im allgemeinen. Vielmehr haben therapeutisch ausgerichtete Wege ebenso wie spirituell-energetisch ausgerichtete Wege ihren Sinn und können und sollen nebeneinander existieren.
Uns aber ziehen, drängen, tragen - oder wie auch immer man diesen Prozess beschreiben will - die Ereignisse immer mehr weg von der therapeutisch ausgerichteten hin zur energetisch bestimmten Methodik. Energie in uns wecken mit Körper- und Atemübungen, sie steigern mit sinnlichen und erotischen Ritualen, sie lenken mit dem Kobra-Atem und sie beobachten in Bewusstheit und Meditation, ist der Weg unserer Tantrischen Vision. Energie aktivieren, in uns aufleuchten lassen, um das wunderbare Wesen, das wir schon sind, deutlich wahrnehmen und leben zu können, ist die Aufgabe.
"Energie statt Therapie" ist das Mantra unserer Tantrischen Vision für den Wechsel ins neue Jahrtausend.  

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